Waldtor zum Bjelasica-Massiv
Mojkovac
Mojkovac liegt auf 853 Metern im Norden Montenegros, eine kleine Stadt mit 2.506 Einwohnern am Straßen- und Bahnknoten zwischen Küste, Podgorica und Serbien. Der Grund für die Anreise liegt im benachbarten Bjelasica-Massiv: der Nationalpark Biogradska Gora, einer der letzten Urwälder Europas, mit Gletscherseen, 500 Jahre alten Bäumen und acht Gipfeln über 2.000 Metern. Dazu ein Schlachtfeld von 1916, das der Stadt ihren Namen gibt, und Sie haben einen Ausgangspunkt für Wanderungen, Radtouren und Tage im Wald.

- Biogradsko-See, 1.094 m, 3,5 km Uferrundweg
- Gipfel Crna Glava, 2.139 m, höchster der Bjelasica
- Urwald mit Bäumen über 500 Jahren
- Parkeintritt 4 €/Tag; ganzjährig geöffnet
- Schlachtfeld von Mojkovac 1916
- 23 km und 29 Minuten von Kolašin entfernt
Die Gemeinde Mojkovac umfasst 367 km² und zählt 6.824 Einwohner, von denen 2.506 in der Stadt selbst leben (42,96° N, 19,58° O). Die Stadt hat keinen eigenen Schutzstatus; ihre Anziehungskraft liegt im Nationalpark Biogradska Gora im angrenzenden Bjelasica-Gebirge. Der Wald wurde erstmals 1878 geschützt, als der montenegrinische Fürst Nikola I. nach der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich einen entsprechenden Erlass verkündete; 1952 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt — einer der ersten im ehemaligen Jugoslawien. Die Quellen geben die Parkfläche mit entweder 5.650 Hektar oder 54 km² an; das Urwaldreservat umfasst 16 km². Der Park liegt zwischen Kolašin und Mojkovac und wird von der Gemeinde Kolašin verwaltet. Auch der Name der Stadt trägt seine eigene Geschichte: In der Schlacht von Mojkovac vom 6. bis 7. Januar 1916 hielten 6.500 montenegrinische Soldaten 20.000 österreichisch-ungarische Truppen auf — ein entscheidender Sieg zum Preis von 205 Gefallenen gegenüber 700 auf der Gegenseite.

Was es zu sehen gibt
Das Herzstück ist der Biogradsko-See, der größte der Bjelasica, auf 1.094 Metern gelegen: 870 Meter lang, bis zu 261 Meter breit, mit einer Fläche von 228.500 m², einer maximalen Tiefe von 12,1 Metern und einer durchschnittlichen Tiefe von 4,5 Metern. Es ist ein Gletschersee, gespeist vom Fluss Biograd und entwässert durch die Jezerštica. Höher gelegen finden sich weitere Gletscherseen — Pešića, Ursulovačko (groß und klein) und Šiško (groß und klein) — mehrere davon auf rund 1.820 Metern. Das Bjelasica-Massiv erstreckt sich über 630 km², jeweils etwa 30 km in beide Richtungen, mit acht Gipfeln über 2.000 Metern: Crna Glava 2.139 m, Strmenica 2.122 m, Zekova Glava 2.117 m, Kosara 2.079 m, Troglava 2.072 m, Pešica Glava 2.056 m, Strmni Pad 2.050 m und Razvršje 2.033 m. Der Wald umfasst 86 Baumarten und Bestände von über 500 Jahren, Teil des 16 km² großen Urwaldreservats.

Wandern und Radfahren vor Ort
Die zugänglichste Route ist der Rundweg um den Biogradsko-See: eine 3,5 km lange Schleife vom Haupteingang, flach genug für eine leichte Wanderung, über mehrere Brücken und Pontons. Vom Seeufer steigen markierte Pfade in die Bjelasica-Gipfel — Crna Glava auf 2.139 m und die benachbarten 2.000er — und ermöglichen längere Touren vom selben Ausgangspunkt. Der Park vermietet Fahrräder für 3,00 € pro Stunde oder 8,00 € pro Tag, Einer-Kajaks für 3,00 € pro Stunde und Zweier-Kajaks für 5,00 € pro Stunde, sodass sich ein Besuch aus Wandern, Paddeln und Radfahren zusammensetzen lässt. Führungen werden mit 40,00 € für vier Stunden und 80,00 € für acht Stunden angegeben. Angeln am See ist nur dienstags und sonntags mit Lizenz erlaubt, begrenzt auf drei Fische. [3E ZU BESTÄTIGEN: welche 3E-Wander- oder Radrouten Mojkovac oder Biogradska Gora als Basis nutzen, sowie deren Distanzen und Schwierigkeitsgrade]

Anreise und Fortbewegung
Mojkovac liegt am Knotenpunkt der Hauptstraße, die Küste und Podgorica mit dem Norden Montenegros und Serbien verbindet (E65/E80), sowie der Straße Richtung Žabljak und Pljevlja. Kolašin ist 23 km entfernt, etwa 29 Minuten mit dem Auto. Podgorica liegt rund 79 km über die Straße entfernt; Busse brauchen etwa 1 h 50 min und kosten 4–9 €, dazu verkehren täglich drei direkte Züge mit einer Fahrzeit von rund 1 h 52 min. Mojkovac liegt an der Bahnstrecke Bar–Belgrad, mit vier direkten Zügen pro Tag nach Kolašin (etwa 19 Minuten). Der nächste Flughafen ist Podgorica (TGD), rund 15 km vom Zentrum der Hauptstadt entfernt. Es gibt keine direkte öffentliche Verbindung in den Park selbst; theoretisch kann ein Busfahrer der Linie Podgorica–Kolašin Sie in der Nähe der Parkabzweigung absetzen, doch ein Auto erleichtert das Erreichen der Seen und Ausgangspunkte erheblich.

Gebühren, Saison und beste Reisezeit
Der Park selbst ist rund um die Uhr und das ganze Jahr über geöffnet, auch im Winter; Ticketschalter und Eingangstor sind täglich von 9 bis 20 Uhr besetzt. Die offizielle Preisliste setzt ein Ticket bei 4,00 € pro Person und Tag an, einschließlich Besucherzentrum und Lehrpfaden. Der Bootsverleih am Biogradsko-See kostet 10,00 € pro Stunde. Ein Zeltplatz kostet 3,00 € pro Tag, der bewirtschaftete Campingplatz Kraljevo kolo 20,00 € pro Tag. Ein Drittanbieter nennt eine Eintrittsgebühr von 5 €, mit freiem Eintritt für Kinder unter sieben Jahren, und empfiehlt Mai bis Oktober; die Angabe von 4 € stammt vom Park selbst. Die höheren Gipfel tragen bis weit in den Frühling Schnee, sodass der Seerundweg und die Waldwege von Ende Frühling bis Herbst am zuverlässigsten begehbar sind, während sich die Gipfel über 2.000 Metern für Sommer und Frühherbst eignen.

Tierwelt im Wald
Der Wald und die Seen von Biogradska Gora beherbergen eine dokumentierte Artenvielfalt, wobei die Zahlen je nach Quelle variieren. Die Angaben des Parks selbst nennen 26 Pflanzenlebensräume mit 220 Pflanzenarten, 86 Baumarten, 150 Vogelarten, 10 Säugetierarten, drei Forellenarten in den Gewässern und 350 Insektenarten. Manche Reiseveranstalter geben höhere Zahlen an — mehr als 37 Säugetierarten und 350 Insekten, darunter 80 Schmetterlingsarten — die größeren Werte sind daher mit Vorsicht zu behandeln. Der Urwald, seit 1878 ungenutzt und geschützt, ist der wichtigste Lebensraum: 16 km² Bestände mit Bäumen über 500 Jahren, ein Umfang an altem Baumbestand, wie er in Europa selten geworden ist. Die Gletscherseen, vom Biogradsko auf 1.094 Metern bis zu den hohen Bergseen um 1.820 Meter, ergänzen Feuchtgebiets- und alpine Lebensräume innerhalb einer geringen Höhendifferenz.
